Wenn 60 junge Akkordeon-Spieler aus Rheinland-Pfalz aufeinander treffen,
dann ist es wieder soweit: der alle drei Jahre stattfindende Deutsche
Akkordeon-Musikpreis wird ausgetragen. Der 11. Landesvorentscheid des
Wettbewerbs fand am Samstag in der Integrierten Gesamtschule (IGS) Ernst
Bloch in Oggersheim statt.
Die Aufregung, die an diesem Tag in der Luft liegt, ist spürbar.
Nacheinander betreten die Kinder und Jugendlichen den Vorspielraum. Die
aus
zwei Personen bestehende Fachjury und das Publikum nehmen alle genau unter
die Lupe. Da werden nochmal die schweißnassen Hände vorher abgewischt, der
stolze Vater zückt die Videokamera und los geht"s.
"Ich war sehr aufgeregt', gesteht die zehnjährige Tugba Taskin. Mit ihrer
Freundin Lea zusammen hat sie ihren Auftritt schon hinter sich. Die beiden
sind in der Kategorie "Akkordeon-Duo' angetreten. Daneben gibt es noch die
Bereiche Solo, Kammermusik und Virtuose Unterhaltungsmusik. Für Tugba ist
es
das erste große Vorspielen. Seit drei Jahren erlernt sie das Instrument.
"Es
macht mir viel Spaß', sagt sie überzeugt. Dass es diese Begeisterung
überhaupt gibt, freut Manfred Baudisch, Landesvorsitzender Rheinland-Pfalz
des Deutschen Harmonika Verbandes. "Das Akkordeon hat ein Image-Problem',
weiß er und spricht dabei aus Erfahrung, denn er ist gleichzeitig
Vorsitzender des Akkordeon-Clubs Ludwigshafen-Niederfeld, der Gastgeber
des
Landesentscheids ist.
"Viele verbinden Akkordeon nur mit volkstümlicher Musik', sagt er. Dass
dies
ein Vorurteil sei, sehe man auch am Wettbewerbsprogramm. Da ist alles
dabei,
von einer flotten Samba, über Bach bis zu Astor Piazzolla, dem
argentinischen Tango-König. Um die Kinder für das ungewöhnliche Instrument
zu begeistern sei es wichtig, sie schon früh an dieses heranzuführen. Der
Niederfelder Verein macht dies unter anderem durch
Instrumenten-Vorstellungen in Grundschulklassen.
An diesem Samstag ist in der IGS jedoch nichts von Nachwuchsproblemen zu
merken. Die Altersspanne reicht von acht bis 19 Jahren. Auch Jugendliche
spielen ehrgeizig das Akkordeon. Gregor Rösler ist einer von ihnen. Der
16-Jährige aus Dillendorf spielt schon seit zehn Jahren auf dem
Instrument.
"Meine Eltern haben es ausgesucht', erinnert er sich. Und dann habe es ihm
selbst immer mehr Spaß gemacht. Auch er ist zum ersten Mal beim
Landesentscheid dabei. Als er aus dem Vorspielraum kommt und ihm die
Zuschauer im Vorbeigehen Lob zusprechen, grinst er und sagt: "Mein Lehrer
war aufgeregter als ich."
Am Ende des Tages wartet auf alle Teilnehmer die Siegerehrung. Die
Punktbesten aller Altersgruppen spielen noch einmal ihre Stücke vor.
Insgesamt 13 Musiker haben es zum Bundeswettbewerb nach Baden-Baden
geschafft. Im Juni dürfen sie dort gemeinsam mit Teilnehmern aus ganz
Deutschland ihr Können zeigen. Auch die Pokale für die Landesmeisterschaft
Rheinland-Pfalz werden in der Oggersheimer Gesamtschule vergeben.
Punktbeste
aller Altersgruppen in der Kategorie Akkordeon-Solo ist Annika Fetzer aus
Rockenhausen. Bei den Duo-Gruppen überzeugten vor allem Astrid und Birgit
Krauß aus Annweiler. In der Kategorie Virtuose Unterhaltungsmusik siegte
Andreas Pahl aus Dausenau. Das Prädikat "Sehr gut' in der Gruppe
Kammermusik
erreichten Daniel Kerner, Agnes Geyer und Anna Wege aus Mannheim. (rxs)
Die Rheinpfalz vom 16. September 2009|
1. Akkordeon - Club Ludwigshafen - Niederfeld e.V. |